Blöde Ideen

20. Juli 2018 von Antje Garrels-Nikisch

bleiben auch dann blöde Ideen, wenn sie jemand hat, den ich mag, oder eine, die mir vorgesetzt ist oder wenn die Mehrheit sie für klug hält. Verdammt blöd ist auch, Ideen als blöd zu bezeichnen, bevor man sie für den aktuell vorliegenden Zweck geprüft hat.

Hältst du es für überflüssig, all das zu sagen? Hm. Vielleicht lebe ich ja ein ganz besonders einzigartiges Leben und mache völlig andere Erfahrungen als andere Leute, aber das halte ich eher für unwahrscheinlich. Was wir da tun - und wir tun es alle zumindest ab und zu, wenn wir nicht ziemlich aufpassen - ist über etwas sozial zu entscheiden, was sachlich entschieden werden müsste. Ich vermute, das werden wir uns immer weniger leisten können, wenn wir nicht überflüssige soziale Konflikte schüren wollen. Das sollte entsprechend wichtig im Hinblick auf soziale Nachhaltigkeit sein.

Ideendiversität wirft Kostenfragen auf
Diversität ist absolut wichtig für Leben, vor allem für zukünftiges, das ist in Biologie und Ökologie keine Diskussion mehr.
Schwieriger scheint es, die lebenswichtigen Vorteile kultureller oder ideeller Diversität zu erkennen. Selbst wenn du sowas eher angenehm anregend als unzumutbar aufregend empfindest ... also ich muss zugeben: Ideen, die ich nicht mag, fordern viel Akzeptanz und Bewusstsein, wo ich lieber unbewusst durch Selbstverständliches gleiten würde.
Das ist nicht bloß ein immaterielles Gefühl, nichts denkt sich im freien Raum: Für Gehirne ist eine Kostenfrage, was für dich und mich eine Wertefrage ist. Mit Entscheidungskonflikten unter Werte- und Ideenvielfalt umzugehen fordert konkrete Aufmerksamkeitsressourcen in Form von Zucker und Sauerstoff. Das gilt allgemein für Problemlösen: bei jedem Versuch etwas zu verstehen, steigen die entsprechenden Verbrauchskurven hoch an und sinken rasant, sobald der betreffende Zusammenhang erkannt ist.

Diversität ist kein Problem, das gelöst werden sollte.
Wäre der Planet mit allem drauf und uns mittendrin nicht komplex und dynamisch, sondern sollte "eigentlich" im harmonischen Gleichgewicht funktionieren, wäre die an sich beste Lösung oder nur eine beste Praxis für eine Art von Problem zu suchen wohl klug. Aber auf eine "eigentlich" harmonische Erde, die es nur zu erreichen gilt, deutet nach wissenschaftlichem State of the Art nichts hin.

Und nun?
Der Witz ist, dass a) in hochdiversen Umgebungen niemandem alles gefallen kann und b) dies gar nicht die Art von Problem ist, das gelöst werden sollte oder könnte. Für Leben an sich ist Diversität eine gute Lösung, also brauchen du und ich individuell passende Strategien, um mit den Problemen umzugehen, die uns das macht. Ein sustainable you® ist in diesem Sinne gedacht.

Mehr über sustainable you® Coachings erfährst du auf meiner Internetseite