Erdsystemkompatibler werden?

5. Apr. 2018 von Antje Garrels-Nikisch

Anregende Idee
Im Jahr 2001 publizierte Bernd Siebenhüner seine Dissertation Homo sustinens – Auf dem Weg zu einem Menschenbild der Nachhaltigkeit. Er rief damals auf: „eine tragfähige Konzeption menschlichen Handelns zu erarbeiten, auf deren Grundlage Institutionen entstehen können, die […] nachhaltiges Handeln, fördern und die Menschen in ihren diesbezüglichen Lern- und Entwicklungsschritten unterstützen“ (2001: 8).

Wer soll das tun?
Menschenbilder scheinen mir eher Zusammenfassungen von etwas, bei dem man aus hoher Flughöhe sagt: typisch Mensch und viele Menschen dem zustimmen können.
Das kommt zumindest derzeit nicht hin: Was die Gesamtwirkung angeht, bewohnen wir den Planeten nicht nachhaltig.
Als vorauseilende Vision können Menschenbilder leicht falsch verstanden werden: als wolle wer anderen sagen, wie sie sich zu verhalten hätten. Das will ich nicht, denn ich will auch nicht, dass jemand mir sagt, wie ich mich zu verhalten habe.
Trotzdem stimme ich Siebenhüner zu: es wäre wünschenswert, wenn unsere Spezies es hinkriegt, erdsystemkompatibel zu werden. Wenn also der Mensch neben vielen anderen zutreffenden Namen auch homo sustinens heißen könnte.

Wer will, kann was tun oder lassen
Der einzige mir akzeptabel scheinende Weg, um das zu erreichen ist, dass alle, die ihn gehen wollen, sich selbst veranlassen, sich möglichst oft für eine möglichst nachhaltige Variante von Was-auch-immer zu entscheiden. Wir sind aktuell etwa 7,5 Mrd. mit je eigener Verantwortung, es könnte also viel geschehen. Meiner Erfahrung nach kann auch die Alternative, etwas überhaupt zu unterlassen, nachhaltig angenehm sein. Was ich gar nicht habe, muss ich nicht pflegen und verwalten. Von etwas, das ich gar nicht haben oder tun will, muss ich keine Ökobilanzen vergleichen.

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