Fliehen: ein Nachhaltigkeitsthema.

31. Juli 2018 von Antje Garrels-Nikisch

Fällt es dir auch schwer zu ertragen, dass sich die Welt gerade viel weniger schön zeigt als gewünscht? Dass es beispielsweise zu einem konkreten Problem wird, Kindern zu erklären, warum da Leute im Mittelmeer ertrinken? Dass dies Problem nicht historisiert werden kann, in: früher ging es den Menschen schlechter? Das Drama kann nicht mehr zum zeitweiligen Problem erklärt werden, das sich auswächst, wenn die Länder, aus denen geflüchtet wird, erst entwickelt sind.

Das Problem ist moralisch uninteressanter als ökologisch.
Etwas distanzierter betrachtet, kommt zudem raus: das Problem mit Macht zurück hinter die Grenzen verschieben zu wollen, schürt die Gefahr kriegerischer Konflikte. Nicht zuletzt durch Streit der grob gesagt "Guten, weil demokratisch Entwickelten" untereinander, wie das Problem zu lösen ist und vor allem, wer es lösen soll. Wenn diese Art von Konflikten sich warmläuft, zählen ökologische Fragen oder Fragen der Inklusion marginalisierter Gruppen kaum mehr. Das verunwahrscheinlicht ökologische und soziale Nachhaltigkeit sicher stärker als sie zu befördern.

Aber die Fluchtursachen?
Mich interessieren die Fluchtursachen hier gerade gar nicht, sondern das faktische Problem: Sehr, sehr viele Menschen fliehen aktuell und es werden noch viele mehr werden. Was immer ich oder du davon halten. Fluchtursachen sind vielfältig, aber sie sind immer real, wer sich zu fliehen entscheidet, hat immer ein reales Problem.
Folgendes ist schon längst "unser" Problem: Im Streit unter den "Guten, weil demokratisch Entwickelten" darüber, was zulässige oder unzulässige Fluchtursachen sind, bleibt das menschenfreundliche Umgehen mit Flüchtenden an einzelnen besonders empathischen Leuten oder kleinen Gruppen hängen, die den Mut aufbringen, sich einzusetzen.
Deshalb halte ich wenig von der Diskussion über Fluchtursachen, auch wenn ich es für gut halte, sie möglichst gar nicht aufkommen zu lassen.

Lösungspotenziale: aus Selbstdistanz besser erkennbar.
Ein bisschen physikalischer betrachtet als moralisch oder politisch sollte eigentlich klarwerden, dass es nicht hilfreich sein kann, wenn sich zunehmend höhere Wellen gegen Bereiche aufbauen, die man dann abschotten will mit dem Resultat, dass Wellen und Schotten um die Wette wachsen.
Es braucht mehr Durchlässigkeit. Mir gefällt die Idee, analog zu grünen Korridoren der Biodiversität weiße (oder anders genannte) Korridore für kulturelle Diversität zu öffnen. Mir scheint sich sowas historisch oft ergeben zu haben, etwa an der Seidenstraße: Leute wanderten los, und manche blieben da kleben, wo es ihnen gelang, sich zu integrieren. Mobile Lebensweisen hat es immer gegeben und es gibt sie weiter, etwa wandern ja viele wissenschaftlich Forschende und Lehrende mit Forschungsmitteln oder Lehrstuhlausschreibungen. Dort fördert gemeinsames Problemlösen lebendiges und friedliches Finden von Lösungen, warum nicht auch anderswobei?

Was haben Mobilitätsanforderungen mit Nachhaltigkeit zu tun?
Gestern Undenkbares heute mal probeweise weniger moralisch als funktional eben doch zu denken kann sich im Hinblick auf Nachhaltigkeitsziele lohnen. Mit einem sustainable you denkst du offener aber konsequenter als ohne; es bleibt aber eine Fiktion, die dich nicht zwingt ihr zu folgen. Sollte sich aber Gelegenheit bieten, Lösungen vorzuschlagen, hast du schon mal Entsprechendes angedacht.

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