Homo sustinens?

25. Juli 2018 von Antje Garrels-Nikisch

Der nachhaltige Mensch. Den Begriff habe ich von Bernd Siebenhüner, der seine Dissertation so übertitelte. Wie kommen wir dazu? Nachhaltige Menschen zu sein, meine ich?
Wohl kaum, indem wir schon wissen, was genau das wäre und wie die anderen nur sein müssten, damit das klappt.

Wofür eigentlich?
In Weltrettungsangelegenheiten arbeite ich oft hart - will sagen: auf Kosten meiner körperlichen Gesundheit, weil ich mich weniger bewege als gut wäre, wenn ich studieren gehe, lese und schreibe. Das ist auf meine Gesundheit bezogen nicht nachhaltig. Warum verdammt, tue ich es trotzdem? Ich kann weder besonders hohe Bezahlung noch die dankbaren Gesten der Leute erwarten, die ich erfuhr, als ich noch ehrenamtlich Leute beriet und deren Entwicklungsprozesse unterstützte, denen das häufiger tatsächlich messbar weiterhalf.

Ich will beitragen!
Aber mal Hand auf's Herz: geht es mir wirklich in erster Linie um's Weltretten? Relativ einfach erkenne ich noch, dass ich beitragen will. Aber wozu genau? Das ist nur auf sehr allgemeiner Ebene einfach zu sagen, denn ich will nicht die Erde retten, sondern etwas anderes. Ich will dazu beitragen, dass anderen neben mir und nach mir, mehr als genug Raum und Ressourcen bleiben, ihr Leben zu gestalten. Ich will nicht kopflos agieren und durch zu früh produktives Handeln noch mehr zukünftige Lebensmöglichkeiten vermindern.
Also will ich wohl gar nicht in erster Linie die Erde retten, sondern sozial beitragen.

Keine Ahnung, warum. Aber was.
Meine Nachhaltigkeitsambitionen entspringen keiner bewussten Absicht. Eher einem Gefühl für Grenzen, von dem ich keine Ahnung habe, woher es kommt.
Dazu gebe ich sicher nicht immer, aber oft und gern mein Bestes. Mein Bestes zieht mich gleichzeitig magisch an: Mit großen Augen auf Verwirrendes zu starren und zu versuchen, Metasicht zu gewinnen. Gegen diesen Impuls kann und will ich mich nicht wehren.
Oberflächliche Erklärungen interessieren mich selten und gar nicht, wer schuld ist. Ich will verstehen, welche Mechanismen wie zu den Prozessen beitragen, die Wirkungen erzeugen, die mich faszinieren.
Mich faszinieren Wirkungen wie: gestern redeten sie noch gern miteinander, heute bewerfen sie einander mit hassvollen Sprüchen. Oder wie: sie sagen, dass sie die Natur lieben und deshalb fliegen sie dreimal im Jahr um die ganze Welt. Oder auch: jemand will nicht, dass Menschen hungern, fördert aber durch sein Kaufverhalten, dass Menschen von ihrem Lohn nicht leben können.
Ich finde sowas verwirrend und zu meiner Arbeit gehört, meine Verwirrung nicht zu verschweigen. Ich bemühe mich, einigermaßen verständlich zu sagen, wenn ich zu erkennen meine, dass etwas nicht funktionieren kann. Das ist die kognitive Nische, für die ich gebaut scheine - keine Ahnung, warum.

Was ist dein Bestes?
Bist du auch nachhaltigkeitsambitioniert? Hast du schon herausgefunden, was dein Bestes in Sachen Nachhaltigkeit ist? In einem sustainable you® Coaching findest du es heraus und erkennst deine Chancen hilfreich zu sein sicherer. Ein bisschen Homo sustinens sind wir nämlich alle und das ist ausbaufähig.

Mehr über sustainable you® Coachings erfährst du auf meiner Internetseite