Macht Minimalismus mobil?

11. Apr. 2018 von Antje Garrels-Nikisch

War Haben und Zeigen gestern?
Viele spielen mit einem minimalistischem Lebensstil. Warum interessiert das gerade jetzt so? War nicht eben noch Haben und Zeigen angesagt?

Ich habe das kaum zu verdrängende Bauchgefühl, dass sich gerade ein Bauchgefühl verbreitet, beweglicher als bisher zu sein, könne bald wichtig sein. Ob es stimmt oder nicht: man wäre vorbereitet und kann in dynamischen Situationen ohne viel Aufwand aufbrechen.

Mit Armut hat Mit-Minimalismus-spielen-wollen wohl wenig zu tun. Arm zu sein scheint das An-Dingen-klammern zu befördern: wer weiß, ob man so ein XY-Dingens wieder bekommt. Vielleicht spielt aber antizipierte Armut - das Gefühl, es könnte zukünftig knapper werden - dabei mit.

Haben und Zeigen verlagert sich.
Eigenes Gepäck abzubauen mobilisiert Denken. Du gewinnst an Kompetenz, was sich auch zeigt: du zeigst, dass du entscheiden kannst, was ein Projekt tatsächlich braucht. Die Formel wäre: weniger Haben auf dem Rücken, mehr Können im Spontanitätsportfolio. So perfekt wird das nicht hinkommen, aber es sicher ist mehr als kaum was dran.

Haltung verschlanken und schärfen.
Mir persönlich geht es gut damit, auch unter moralischen Ideen Prioritäten zu setzen. Ich meine Ideen vom Funktionieren der Welt, die mir selbstverständlich scheinen, einfach, weil sie mir vertraut sind. Adam Alter etwa forscht darüber, dass ungewohnte Gedanken - es reicht schon, dass ein Name ungewohnt klingt - sich weniger flüssig denken lassen. Mit nur wenig Phantasie lässt sich darauf kommen, dass das leicht dazu führen kann, Gedanken abzulehnen, die man gar nicht überprüft hat.

Ich verzichte inzwischen auf einigen kulturellen Ballast, - Dinge der Kategorie, was "man" tut -, um überlegter zu handeln. Das ist nicht immer sofort angenehm, kam aber unterm Strich bisher nicht schlecht raus.

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