Ökosystemexistenz?

9. Apr. 2018 von Antje Garrels-Nikisch

Wofür hältst du dich?
Fragen können provozieren. Bei mir sollen sie das auch, ich stelle mir oft Fragen, die mich reizen. Oder lasse andere das tun. Reizvoll finde ich diese Sicht des Physikers Max Tegmark auf mich. Naja, nicht mich, sondern alle, die seine Worte lesen: "Während sich viele Teilchen in Ihnen in genau der konstant komplizierten Bewegung befinden, die Ihrem lebendigen Zustand entspricht, bewegen sich andere nur auf weniger raffinierte Weise, wie zum Beispiel die Teilchen, aus denen Ihre Haut besteht und die dazu beitragen, dass die anderen Teilchen nicht wegfliegen" (2015 Unser Mathematisches Universum: 411).

Atomexistenz?
Demnach wäre ich eine Atomexistenz. Klar. Ganz andere Perspektive, aber das muss so sein, bin ja physisch. Alle meine Atome werden laufend ausgewechselt, ohne dass ich was davon spüre. Damit kann ich gut leben, das reduziert mich überhaupt nicht. Mich fasziniert im Gegenteil, wie so ein Haufen flirrender Atome was erleben kann und darüber nachdenken.

Ökosystemexistenz?
Viel faszinierender noch ist, dass meine Atome nicht allein sind, sondern in mir offensichtlich gut mit den Atomen anderer Lebewesen zusammenarbeiten. Ich kann als ein komplexes Ökosystem gelten, erklärt mir der Chemiker und Biologe Bernhard Kegel: "Zum Selbst, zum Holobionten, gehört viel mehr als nur unsere eigenen Zellen, das wissen wir spätestens seit metagenomische Analysen jedes einzelne Körperbiotop erkundet haben“(2015 Herrscher der Welt: 310).

Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?
Ich denke, weder Geistes- noch Naturwissenschaft reichen, um die komplexen Vernetzungen mit unserer Umwelt zu verstehen. Die zu verstehen wäre aber nötig, um rational gestützt nachhaltiger handeln zu können. Wir schauen ja nicht auf das Leben auf der Erde, sondern sind mittendrin.

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