Wie offen ist offen genug?

10. Apr. 2018 von Antje Garrels-Nikisch

Gestern las ich bei Spektrum.de ein Loblied, das ich gern mitsinge:

Offenheit bringt weiter.
Wie ich es hinkriege, offen zu sein, steht in dem Artikel: ich sollte latent weniger gehemmt sein, dann funktioniert's. Latente Hemmung hat Vorteile - "Damit Menschen effektiv denken und handeln können, lernen sie, was sie nicht weiter zu beachten brauchen" - ist allerdings nicht billig: weniger latente Hemmung kostet Konzentration. Und die ist gut angesehen. Zu gut?

Offener? Oder doch lieber konzentrierter?
Sich zu konzentrieren hemmt Reize, die sonst wahrgenommen würden. Aber wieso sollten die nicht wichtig sein? Eben. Daran denkt der Autor des Artikels (Luke Smillie) auch: "Das Problem dabei ist, dass die aussortierte Information zu einem anderen Zeitpunkt noch nützlich sein könnte, aber dann ist es zu spät, um noch zu lernen, dass sie eben doch nicht so unwichtig war.“
Vermutlich Wesentliches zu lernen (man kennt ja die Zukunft nicht), funktioniert bei einigen Leuten mehr, bei anderen weniger: „Das gilt aber nicht für jene, die für diese »latente Hemmung« weniger anfällig sind. Das offenbart einen umfassenderen Denkmodus, ein »undichtes« Auswahlsystem, das Informationen durchlässt, die andere herausfiltern.“

Offenheit für Unkonzentrierte
Bei mir klingelt da was: „Weniger anfällig für latente Hemmung“ klingt völlig anders als „kann sich nicht konzentrieren“. Letzteres könnte bedeuten: Hilfe, das Kind hat ADHS! Ersteres rehabilitiert da eher: Da lässt sich jemand nicht davon ablenken, möglicherweise doch Wichtiges wahrzunehmen.

Konzentrieren auf's Problem
Was gut ist oder nicht, kommt auf das Problem und die Umwelt der Entscheidung an, mit der es gelöst werden soll.
In Sachen Nachhaltigkeit bewerten neue Studien oft gestern noch Richtiges heute als falsch. Offen für Neues zu sein, das auch funktionieren könnte, bringt Leute mit ADHS-Neigung deutlich nach vorn. Ist dann entschieden, was man tun will, bringen Leute, die sich nicht davon ablenken lassen, genau das zu tun, enorme Vorteile ins Spiel.
Mehr Nachhaltigkeit umzusetzen erfordert Offenheit und Konzentration. Keins ist besser als das Andere. Teams sollten Leute mit beiderlei Talent dabei haben, selbstredend sollten die einander ernsthaft respektieren.

Was hat das mit sustainable you® zu tun?
Eher Konzentrierte coache ich auf mehr Offenheit und eher Offene dahin, die eigene Aufmerksamkeit besser in den Griff zu bekommen. Was du bist, diagnostiziere nicht ich. Das findest du selbst heraus oder hast es schon erkannt.

Mehr über sustainable you® Coachings erfährst du auf meiner Internetseite