Schwarmintelligenz?

7. Apr. 2018 von Antje Garrels-Nikisch

Zugegeben, es ist nicht immer blöd, wenn alle zugleich aus einem Impuls, der alle erfasst, das für die Meisten Richtige tun. Nicht immer werden Leute vor zu engen Zugängen erstickt oder totgetrampelt.
Irgendwann in der Evolution ergab sich eine Abstimmungsform, die auch vorkommende Fälle von Schwarmblödsinn verhindern helfen konnte. Die Innovation: Orientierung nach höheren Werten oder objektiven Größen und freiere Wahl der Einzelnen.
Der Vorteil wird aber zunichte gemacht, wenn der Schwarm gegenüber den Einzelnen zu klug – zu eigensinnig – wird.

Schwarmblödsinn?
Schwarm ist angesagt, wenn jemand vor unseren Augen in eine Zitrone beißt. Macht normalerweise nichts. Einem Blasorchester, dessen Mitglieder zufällig gerade hinsehen, versaut der Effekt hochwahrscheinlich den Auftritt.
Verhalten sich Anlegende schwarmförmig – investieren zu viele nach gleichen Regeln gleichzeitig in das Gleiche – brennen Finanzmärkte durch. Viele gleichtaktig auf Tribünen Hüpfende können den Boden unter sich einstürzen lassen, gleichfeuernde Nervenzellen produzieren epileptische Anfälle. In all diesen Fällen kommt Schwarmblödsinn raus, intelligente Einzelstimmen werden überhört.

Schwarmeffekte sind.
Es scheint also, dass eine kluge Lösung, die sich gut verkauft, eine schlechte Lösung sein kann, wenn zu viele sie gleichzeitig kaufen. So gesehen sollten Einzelne sich nicht auf die gleiche Weise zur gleichen Zeit nachhaltig verhalten,sondern je die eigene kluge Weise finden.
Schwarmeffekte sind nicht einfach intelligent oder blöd, es gibt sie und sie faszinieren: Lifestylewellen rollen wie tiefe Bassgrooves durch Gesellschaften und verbreiten sich über den Globus. Ein Song mit dem Titel nachhaltiger leben scheint mir klug. Aber bitte diverse Wege laufen und nicht im Gleichschritt: seid eigensinnig genug, bevor der Schwarm zu klug wird.

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