Unser Erbe?

1. Nov. 2018 von Antje Garrels-Nikisch

Pathos ist der Modus, den ich einschlage, wenn ich etwas irgendwie großartig, gut und wichtig denke. Etwa wenn ich mich selbst etwas schwülstig-wertetradierenden Gedanken angesichts kommender Generationen oder auch nur meiner Kinder hingebe.

Was bleibt denen, die ich meine, übrig ...
In solchen Stimmungen denke ich - und vielen, die ich kenne, geht es nicht anders - darüber nach, was ich philosophisch gesehen gern in die Zukunft mitgeben möchte.

Leider wird's, wenn ich mich von meinem Pathos distanziere und realistischer auf meine Generation und Ausbildungsqualität schaue, mehr zu der Frage, was wir Nachbarn und Nachkommen überhaupt noch übrig lassen.
Es wäre jetzt ja auch besser, hätten sich sich "die Leute" - eben viel mehr Leute - früher gegen die Verbreitung gefährlicher Umweltgifte entschieden, indem sie sie nicht gekauft hätten.
Meine Gedanken über Hinterlassenschaften betreffen nicht nur Ressourcenabbau und Vergiftung irdischer Lebensräume, sondern vor allem auch den Raum, das soziale und individuelle Leben zu organisieren und divers zu gestalten. Biodiversität ist wichtig, das betrifft auch die Diversität menschlicher Lebensgestaltung.

... als mit unseren Entscheidungen zu leben?
Je mehr Entscheidungen von uns aus unrevidierbar getroffen werden, sei es in Sachen Geoengineering oder beim Digitalisieren oder Einsatz von KI, desto weniger Gestaltungsfreiheit bleibt anderen.
Wer kaum Raum hat, soziale Belange mit anderen auf Augenhöhe zu ordnen, wird wenig von meinen philosophischen Essenzen auf ein Leben haben, das nicht mehr ist wie das, aus dem ich meine pathetischen Sichten generierte.

Jetzt schon vererbbar: suffizientes und sozial nachhaltiges Leben
Aus ganz rationalen Gründen und abseits von bekannten politischen Idealen komme ich zu dem Schluss, dass suffizientere Alltage und gelebte soziale Nachhaltigkeit - was immer die persönlichen Lösungen sind, auf denen das umgesetzt wird - größere Schritte auf guten Wegen in die offene Zukunft sind, als jeder Pathos ohne Alltagsfolgen.

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