Wie willst du wirken?

29. März 2018 von Antje Garrels-Nikisch

Dass du dich an hohen Werten (Idealen) oder Zielen (Visionen) orientieren willst, reicht meist nicht, um so oft, wie du es wünschst, entsprechend deiner leuchtenden Vision zu handeln. Unsichtbare Faktoren können erheblich an hehren Zielen sägen.
Der ziemlich oft unbemerkte Wunsch nach sozialer Belohnung – Freunde oder ein angehimmelter Mensch finden mich cool – kann rational bedachtes Weltrettungstun direkt fördern oder hemmen. Das ist nicht etwa dein Problem, sondern entspricht menschlich üblichen Parametern.
Merke: Seitliches Sägen an hohen Visionen kann deren Erfüllung erheblich schwächen.

Welt retten
Da Nachhaltigkeitswünsche meist hoch hängen, aber deren Umsetzung von Milliarden persönlicher Entscheidungen abhängt, setze ich an einem alltäglichen Beispiel das gültige Superlativ ein: die Mission Welt retten!
Das wir das menschlicherseits hinkriegen ist unbestreitbar wichtig. Ohne ein in menschenfreundlichen Parametern arbeitendes Ökosystem bist nicht nur du selbst übel dran. Das kurze Briefing könnte lauten: rational wirksames Weltrettungshandeln umsetzen.

Konkretes Beispiel einer weltrettenden Entscheidung
Durchgespielt seien hier zwei mögliche Entscheidungen A und B:
A) Sichtbar etwas tun! Sich unermüdlich einsetzen! = Weltrettungshandeln zeigen. Etwa: Alter Diesel weg, neuer Hybrid her! = Andere Weltretter finden dich dafür cool, du gehörst dazu! Auch weniger weltrettungsbemühte Nachbarn finden, deine Entscheidung hat was, liegt ja im Trend! = social grooming.

= Gesamt-Ökobilanz-Effekt, sprich Weltrettungseffekt: na ja.

B) Sich sichtbar ermüdlich zeigen und erstmal abwarten! = Weltrettungs-Nichthandeln zeigen = weniger Energie und Material verbrauchen. Etwa dein Auto, mit dem du nicht nur nicht nur nicht so oft zur Arbeit fährst, sondern es auch nicht gegen ein noch zu produzierendes austauschst. Ein Auto, das du nebenbei gesagt, auch gern Nachbarn leihst, die kein eigenes haben.
Man sieht nix besonderes, das ist die Crux. Oder du denkst, vielleicht sieht man doch was: Der eh ein bisschen träge Nachbar kriegt es nicht gebacken, sich ein besseres Auto zu leisten und schleimt sich bei noch ärmeren Nachbarn ein.
Ob du Gespenster siehst oder nicht, ist nicht der Punkt, sondern dieser:

= Gesamt-Ökobilanz-Effekt, sprich Weltrettungseffekt: beachtlich.

Wer verantwortet, was du entscheidest?
Der Gesamt-Ökobilanz-Effekt von B ist unstrittig weit höher als der von A. Dennoch bleibt bisher B-Verhalten sozial erheblich unattraktiver. Ist also die Gesellschaft schuld, dass du lieber ein neues Auto kaufst, statt deine alte Kiste zu verleihen? Oder findest du es zwar schwierig, aber doch zumutbar, mal etwas länger nichts zu machen, statt das schnell belohnte, aber weniger Effektive zu tun? Was du tun willst, kannst nur du entscheiden. Praktisch ist: das Auto-Beispiel lässt sich auf andere Fälle übertragen.

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